Bitte, nicht verdummen!

„Muss ich das wirklich wissen? Ach lass mich doch mit diesem neumodischen Kram in Ruh.“ Diese und ähnliche Sätze hören wir hin und wieder von Gleichaltrigen. Auch solche kennen wir, die weder Zeitung lesen, obwohl sie sich ein Abo leisten könnten, noch sich über das aktuelle Geschehen in Rundfunk und Fernsehen informieren.

Das Wort RUHESTAND sollten wir keineswegs wörtlich nehmen. Vor allem nicht in geistiger Hinsicht. Eine wichtige Seniorenregel muss lauten: Nicht verdummen! Dafür reicht es nicht, täglich ein Rätsel zu lösen. Unsere Erfahrung ist, dass zum Beispiel bei längerem Krankenhausaufenthalt, nach einem Faulenzerurlaub am sonnigen Sandstrand oder bei Menschen, die sich täglich lediglich mit seichten Radio- und Fernsehprogrammen berieseln lassen, der IQ-Wert in den Keller rutscht. „Wer rastet, der rostet.“ Diese Alltagsweisheit bezieht sich auf Körper und Geist. Deshalb sollte das tägliche „Kopf-Training“ ein Muss sein.

Unser Rat:

  • Trainieren Sie tägliche Arbeitsabläufe, bis sie in Fleisch und Blut übergegangen sind. Dann werden Sie auch im hohen Alter sich noch selbstständig versorgen können – sofern die körperliche Gesundheit mitspielt.
  • Schlagen Sie mehrere Fliegen mit einer Klappe. Beschäftigen Sie sich mit etwas, was Freude macht, Ihren Kopf fordert und möglichst noch das Beisammensein mit Gleichgesinnten ermöglicht. Vergessen Sie den Spruch vom Rentner, der niemals Zeit hat. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie für Ihr Wohlbefinden und Selbstvertrauen brauchen.
  • Unsere Vorschläge: Besuchen Sie einen Tanzkurs, die Seniorenakademie, melden Sie sich in er Volkshochschule an, lassen Sie sich bei der Handhabung technischer Geräte helfen . Es gibt viele junge Leute – oft Schüler an Gymnasien oder Studenten – die solche Kurse anbieten. Lernen Sie zum Beispiel, mit Handy, Tablet oder Computer umzugehen, wie eine Fahrkarte für Nah- und Fernverkehr am Automaten gekauft wird und anderes. Der Zug der Zeit rast sonst an Ihnen vorbei und Sie sehen hilflos hinterher.
Senioren beim Rollatortraining (Rostocker Straßenbahn AG)
  • Sagen Sie nicht: Das schaff ich nicht. Denn so geraten Sie in einen negativen Kreislauf, aus dem Sie nur schwer wieder rausfinden.
  • Sagen Sie nicht: Ich darf keine Fehler machen, mich nicht blamieren. Sondern seien Sie sich bewusst, dass Sie auch aus Fehlern lernen können.
  • Sagen Sie nicht: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.“ Dieser Spruch bezog sich auf das Benehmen, die Anstandsregeln. Denken Sie lieber an die alte Kuh, die immer noch dazulernt.
  • Vor allem aber: Bleiben Sie neugierig, interessiert, aufgeschlossen. Dann können Sie noch mit Hundert Gedichte lernen.

Veröffentlicht von hedera77

Bin ein echtes Ostseekind, geboren in Rostock an der Warnow und noch heute glücklich - hier in meinem Elternhaus. Seit 15 Jahren bin ich im Ruhestand, der alles andere als ruhig ist. Immer noch bin ich neugierig - im Sinne von wissbegierig - und teile gerne meine Gedanken mit anderen denkfreudigen Menschen, egal welchen Alters.

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