Macht der Gewohnheit

Am frühen Morgen, nach dem Frühstück, folgt bei der letzten Tasse Kaffee der Griff zur Tageszeitung. Wie immer wird der Lokalteil zuerst gelesen, wie immer beginne ich mit der letzten Seite. Verrückt, aber so ist es. Als kürzlich die Zeitung nicht zur gewohnten Zeit im Briefkasten steckte, geriet der morgendliche Automatismus ins Stottern. Das vertraute„Macht der Gewohnheit“ weiterlesen

Klar, die kenne ich!

So sage ich hin und wieder, wenn die Rede von jemandem ist, den ich zuordnen kann. Aber was heißt kennen? Ich weiß den Namen, habe sie oder ihn gedanklich in eine Schublade gesteckt, auf der ein paar Informationen kleben. Mal mehr, mal weniger. Wir sind uns irgendwann begegnet, manchmal sogar einige Lebenskilometer miteinander gegangen, aber„Klar, die kenne ich!“ weiterlesen

Hilfst du mir, helfe ich dir

Suche dringend … biete dafür … Oder: Hilfst du mir beim Renovieren, helfe ich dir bei der Gartenarbeit, als Babysitter oder führe deinen Hund aus. So oder ähnlich heißt es in Nachbarschaftsnetzwerken, Heimwerkerforen oder Tierbetreuungsanzeigen. Helfen – unter dem Aspekt Geben und Nehmen – scheint eine der wichtigsten Grundlagen unseres sozialen Zusammenlebens zu sein. Doch„Hilfst du mir, helfe ich dir“ weiterlesen

Nun reicht’s aber !

Natürlich kennen auch Sie diese nervigen Ohrwürmer, die sich als eingängige Melodien tarnen, dann aber wie fiese Kaugummis im Gehirn kleben, als Dauermusik nerven und alle klugen Gedanken blockieren. Ich kenne noch eine weitere Variante, die nicht weniger nervt. Es geht um Begriffe, die ich weder greifen noch fassen, geschweige denn verstehen kann. Ich stolpere„Nun reicht’s aber !“ weiterlesen

Einmal im Leben …

Kürzlich wurde ich gefragt: „Was meinst du, was sollte jeder Mensch mindestens einmal im Leben erlebt haben?“ Seltsamerweise fiel mir zuerst ein, worauf ich auf jeden Fall verzichten möchte. Als lebensbejahende Sicherheitsliebhaberin gehören neben Krieg, Natur- und anderen Katastrophen auch lebensbedrohliche Krankheiten und Unfälle, Fallschirm- und Bungeesprünge dazu, Reisen in Länder, in denen mir Haie„Einmal im Leben …“ weiterlesen

Augen zu – oder abschalten?

Tut mir leid, entweder fehlt mir der richtige Humor oder ich bin zu empfindlich. Auf jeden Fall fühle ich mich zunehmend genervt, wenn ich mir abends – kurz vor den Nachrichten im Fernsehen, während ich mein appetitlich garniertes Abendbrot essen möchte – das vermeintliche Elend meiner Altersgenossen ansehen muss. In der Werbung geht es um„Augen zu – oder abschalten?“ weiterlesen

Lohnt sich das noch?

„Man müsste noch mal zwanzig sein …“, so schallte es Ende der 60er-Jahre aus dem Radio – gesungen von Willy Schneider mit seinem sonoren Bassbariton. Es wurde eines der Lieblingslieder meiner Eltern, die danach meist in eine weißt-du-noch-Stimmung verfielen. Sie tauchten dann ein in die Vergangenheit, in die Jahre der Weimarer Republik, die sie als„Lohnt sich das noch?“ weiterlesen

Wie Schilf im Wind

Eine meiner Großmütter verlor im Ersten Weltkrieg ihre drei Söhne, ihr Mann starb nach Ende des Krieges infolge eines Arbeitsunfalls und die älteste Tochter wenige Jahre später an Typhus. So blieb sie mit der Jüngsten, meiner Mutter, alleine und lebte bis zu ihrem Tod in unserer Familie. Leider kann ich mich nicht an sie erinnern.„Wie Schilf im Wind“ weiterlesen

Vom Wollen und Sollen, vom Können und Dürfen

Wir kennen sie, die Zwei- und Dreijährigen, die etwas wollen, aber noch nicht können. Oder sie können etwas, dürfen es aber nicht. Wutanfälle,Gebrüll, gestresste Erwachsene sind die Folgen. Aber es gehört zum Großwerden und Grenzen erkennen dazu. Irgendwann ist diese Phase vorüber, es kommt das Müssen, aber nicht wollen oder mögen – die Null-Bock-Phase, die„Vom Wollen und Sollen, vom Können und Dürfen“ weiterlesen